Als ich gestern morgen joggen war, habe ich mir vorgenommen 4 km zu schaffen, allerdings auf einer Strecke, die 5,6 km lang ist. Also habe ich meine App so laut gemacht, dass ich immer gehört habe, wenn ich einen weiteren Kilometer geschafft habe. Irgendwo zwischen Kilometer 2 und 3 war ich extrem demotiviert und habe ich mich gefragt, warum ich überhaupt laufe.
Ich meine, ich habe keinen Grund zum laufen: ich werde nicht verfolgt und ich jage auch niemanden und mein Essen kommt aus dem Laden und muss nicht mehr erlegt werden. Außerdem ist es langweilig nur vor sich hinzulaufen. Ich habe
Man hechelt einfach nur vor sich hin und hofft, dass die nächsten Kilometer möglichst schnell vorbei sind und sich nicht mehr dieser "Qual" aussetzen muss. Außerdem muss man versuchen, dabei so gut wie möglich auszusehen und Passanten von möglichen Vermutungen an einem schnellen Tod auf der Straße abhalten.
Hört sich anstrengend an?
Ja, laufen ist anstrengend!
Aber als wieder zuhause war, mich genüsslich dehnte und meinen Gedanken nachhing, war mir wieder einmal mehr klar, dass joggen mein Sport ist und ich das niemals missen möchte.
Ich mag zwar immer noch nicht so weite Strecken laufen können und das auch noch nicht mal mega schnell, aber ich dieser Sport hat so viele Vorzüge:
Beim Joggen finde ich grundsätzlich Lösungen auf Probleme und bekomme einen klaren Kopf. Man kann langsam laufen und viel Strecke zurücklegen oder seine letzte Bestzeit unterbieten. Man kann die Natur außerhalb von geteerten Wegen genießen und hat nie das Gefühl irgendwo vorbeigerauscht zu sein. Ich weiß danach, dass ich etwas geschafft habe und freue mich über meine verbrannten Kalorien und den Gedanken, dass ich gerade sportlicher war als viele, die noch im Bett liegen oder nach der Abreit zu faul sein werden um sich aufzuraffen. Ich sehe mega schnell meine Verbesserungen und es fällt mir noch nicht einmal schwer, besser zu werden. Wenn ich möchte kann ich eine weitere Strecke laufen und mich dann über meine Ausdauer freuen. Laufen bringt einfach Glücksgefühle und ich bin noch nie schlecht gelaunter wiedergekommen als ich gestartet bin.
Gestern kam ich gleich zwei Mal in einen Flow und habe zum Ende meines Laufes noch einen schönen Sprint eingelegt (ja, ich weiß, man soll auslaufen und nicht zum Ende noch mal alles geben). Herausgekommen sind meine schnellsten 5 km, die ich je gelaufen bin! Und das nachdem ich morgens mit dem falschen Fuß aufgestanden bin.Ich liebe es zu joggen und würde mein Knie mir nicht so viele Probleme bereiten, würde ich viel öfter draußen sein und schon ein paar Kilometer länger laufen. Aber so genieße ich die Freude in Maßen und kann den Donnerstag kaum erwarten, denn dann werde ich mir wieder meine Laufschuhe schnüren...