Dienstag, 2. September 2014

Liebeserklärung an das Joggen

Meine Motivation beim Sport machen ist immer ein symbolischer Fortschritt für das Erreichen meines Abnahmezieles. Ich laufe/schwimme/skate auf meine Traumfigur zu und jeder Lauf/Kilometer/Schritt bringt mich ein Stückchen näher. So höre ich selten vor meinem eigentlich gesteckten Ziel auf.
Als ich gestern morgen joggen war, habe ich mir vorgenommen 4 km zu schaffen, allerdings auf einer Strecke, die 5,6 km lang ist. Also habe ich meine App so laut gemacht, dass ich immer gehört habe, wenn ich einen weiteren Kilometer geschafft habe. Irgendwo zwischen Kilometer 2 und 3 war ich extrem demotiviert und habe ich mich gefragt, warum ich überhaupt laufe.
Ich meine, ich habe keinen Grund zum laufen: ich werde nicht verfolgt und ich jage auch niemanden und mein Essen kommt aus dem Laden und muss nicht mehr erlegt werden. Außerdem ist es langweilig nur vor sich hinzulaufen. Ich habe leider noch zu  selten eine Laufbegleitung zur Unterhaltung dabei und mein Hund ist hierbei kein befriedigender Ersatz. Wenn man recht zufrieden ist mit seinem Leben ist, kann man noch nicht einmal über Probleme philosophieren.
Man hechelt einfach nur vor sich hin und hofft, dass die nächsten Kilometer möglichst schnell vorbei sind und sich nicht mehr dieser "Qual" aussetzen muss. Außerdem muss man versuchen, dabei so gut wie möglich auszusehen und Passanten von möglichen Vermutungen an einem schnellen Tod auf der Straße abhalten.

Hört sich anstrengend an?

Ja, laufen ist anstrengend!

Aber als wieder zuhause war, mich genüsslich dehnte und meinen Gedanken nachhing, war mir wieder einmal mehr klar, dass joggen mein Sport ist und ich das niemals missen möchte.
Ich mag zwar immer noch nicht so weite Strecken laufen können und das auch noch nicht mal mega schnell, aber ich dieser Sport hat so viele Vorzüge:
Beim Joggen finde ich grundsätzlich Lösungen auf Probleme und bekomme einen klaren Kopf. Man kann langsam laufen und viel Strecke zurücklegen oder seine letzte Bestzeit unterbieten. Man kann die Natur außerhalb von geteerten Wegen genießen und hat nie das Gefühl irgendwo vorbeigerauscht zu sein. Ich weiß danach, dass ich etwas geschafft habe und freue mich über meine verbrannten Kalorien und den Gedanken, dass ich gerade sportlicher war als viele, die noch im Bett liegen oder nach der Abreit zu faul sein werden um sich aufzuraffen. Ich sehe mega schnell meine Verbesserungen und es fällt mir noch nicht einmal schwer, besser zu werden. Wenn ich möchte kann ich eine weitere Strecke laufen und mich dann über meine Ausdauer freuen. Laufen bringt einfach Glücksgefühle und ich bin noch nie schlecht gelaunter wiedergekommen als ich gestartet bin.

Gestern kam ich gleich zwei Mal in einen Flow und habe zum Ende meines Laufes noch einen schönen Sprint eingelegt (ja, ich weiß, man soll auslaufen und nicht zum Ende noch mal alles geben). Herausgekommen sind meine schnellsten 5 km, die ich je gelaufen bin! Und das nachdem ich morgens mit dem falschen Fuß aufgestanden bin.


Ich liebe es zu joggen und würde mein Knie mir nicht so viele Probleme bereiten, würde ich viel öfter draußen sein und schon ein paar Kilometer länger laufen. Aber so genieße ich die Freude in Maßen und kann den Donnerstag kaum erwarten, denn dann werde ich mir wieder meine Laufschuhe schnüren...

Freitag, 29. August 2014

ein großes Glas warmes Wasser

"Ein großes Glas Wasser vor dem Essen füllt den Magen und sättigt schon einmal vor der Mahlzeit. Man ist schon vorher ein bisschen satt und isst automatisch weniger. Der Effekt soll angeblich noch gesteigert werden, wenn dieses großes Glas warmes Wasser beeinhaltet."
Naja, ich bin eigentlich eher der Warmduscher als der Warmtrinker. Aber einen Versuch war es mir heute wert, denn ich habe gerade verdammt dollen Hunger und meine Mutter hat meine Lieblingsnudelsoße zu meinen geliebten Spaghetti gekocht.
Überfressen also eigentlich vorprogrammiert, aber da ich ja darauf achten möchte, dass ich nur noch so viel esse, wie mein Körper braucht, muss ich ja irgendwie dagegen wirken.

Also warmes Wasser in unsere tollen 0,5 L-Gläser eingegossen und Augen zu und runter mit dem Zeug... Ich hab's geschafft. Nicht mehr und nicht weniger. Aber es ist runter.
Nun ist mein Bauch voll -also gut- und mir ist ein wenig schlecht -wie man's sieht. Einerseits kann es ja ein Zeichen dafür sein, dass ich "satt" bin, aber eigentlich ist es ja ein eher schlechtes Zeichen.
Aber sein Ziel hat es ja erreicht; ich werde nicht so viel essen -hoffentlich.
Ob ich das wieder machen werde? Vielleicht.
Vielleicht mit weniger Wasser oder kälterem Wasser.

Mittwoch, 27. August 2014

Essen artet aus in noch mehr essen, was in noch mehr essen endet, gefolgt von noch mehr essen.

In genau zwei Wochen werde ich mich wieder wiegen. Ich vermisse meine Waage mittlerweile; ich vermisse sie sogar so doll, dass ich manchmal nach dem Essen oder mit Klamotten etc. auf der Waage stehe. Einfach nur weil ich es vermisse.
Dass ich mich in zwei Wochen wieder wiegen werde, heißt aber auch, dass das Ende der Sommerferien naht und somit auch das Sommerferienprojekt zu Ende geht. Bis jetzt kann ich ganz stolz wenig bis gar keine Veränderung verzeichnen. Aber besser ein Stillstand als eine Zunahme, denn gerade die letzte Zeit hatte ich mit Zunahmen ja ordentlich zu kämpfen.
Ich wäre einfach nur zufrieden, wenn ich plus/minus 0 rausgehen würde. Über jedes weitere Kilo, was gegangen ist, freue ich mich natürlich.

Warum ich in letzter Zeit so mit Zunahmen zu kämpfen hatte?
Ich weiß es endlich! Mir kam die Erleuchtung am Wochenende beim Mittagessen:
Die Nacht vorher bin ich viel zu spät ins Bett gehüpft und am nächsten Morgen weckte mich eine Freundin viel zu früh, sodass ich den Tag über einfach müde war.
Normalerweise genieße ich Essen immer sehr und kann auch nie genug bekommen, aber an dem Tag, war selbst ich zu müde zum Essen. Mein Standardfrühstück und beim Mittagessen nur einen Teller, obwohl der Tisch noch mit reichlich Leckereien gedeckt war. Ich hatte kein Bedürfnis mehr zu essen und auch nicht nach Nachtisch und Essen am Nachmittag. Selbst bei der Arbeit hat mich das Eis -im wahrsten Sinne des Wortes- kalt gelassen und es fiel mir keineswegs schwer, bis zum Abendessen nicht zu snacken.

Wow, das kenne ich gar nicht von mir und ist eine überaus positive Überraschung! Ich kann auch mit wenig Essen lange satt bleiben und fühle mich dadurch sogar besser?

Wenig zu essen ist für mich allerdings ein Kunststück. Ich gehöre zu den Menschen, die nicht nur sagen, ich kann ein ganzes Pferd verputzen, ich würde es wahrscheinlich wirklich tun:
Nach einer ganzen Tiefkühlpizza passt noch locker ein Nachtisch und Snacks vorm Fernseher. Beim Grillen bin ich immer diejenige, die öfter als alle anderen zum Buffet rennt und obwohl ich meine Nahrung nur einatme und innerhalb von zwei Minuten einem prallgefüllten Teller leer esse, bin ich diejenige, die am längsten am Tisch sitzt. Vier Teller beim Grillen sind durchaus machbar für mich. Der Post von minus35kilo trifft den Kern genau. Ich esse genau so, wie sie auch gegessen hat.
Es gab nur sehr wenige Momente, in denen ich gedacht habe, dass ich NICHTS mehr essen kann.
Wenn ich erst einmal angefangen habe, dann kann ich nicht mehr aufhören!
Aber vielleicht ist genau das mein Problem: Wenn ich anfange und mein Körper auf "jetzt wird gefressen" gestellt ist, kann ich essen bis der Kühlschrank leer ist. Ich muss einfach nur aufhören, bevor mein Körper den Schalter auf "Fressen" umlegt.

Das Ganze mag sich jetzt vielleicht ein wenig unscheinbar anhören, aber ich glaube, dass das die Lösung für mich sein könnte!
Und ich muss einfach wenig essen und dann auf mein Hungergefühl hören, denn das was ich esse, isst kaum ein normaler Mensch!


Montag, 25. August 2014

Ferienjob der Versuchung: Eiscafé

"Arbeite nie da, wo du gerne isst, denn danach wirst du dort nicht mehr essen wollen!"
Da habe ich mir gedacht:
"Arbeite dort, wo du gerne isst, denn danach wirst du da nicht mehr essen wollen!"
Auf meiner Suche nach einem geeigneten Ferienjob habe ich genau dieses Muster verfolgt.
Erste Anlaufstelle waren natürlich FastFood-Ketten, aber dort haben mir die Chefs nicht so gut gefallen und unnötige Lohnerniedrigungen wegen Freiverzehr bringen mir nichts, denn gerade essen möchte ich ja nicht mehr!

Jetzt arbeite ich diese Saison in unserem örtlichen Eiscafé, denn dort ist es immer viel zu lecker.
Zur Zeit stehe ich hinter dem Tresen, darf Geschirr spülen (vom Tellerwäscher zum Millionär), Eisbecher dekorieren, Kaffe/Cappucchino etc. machen und ganz viel putzen. (Ich bin halt eine Aushilfskraft.) Selbst wenn mich mein Chef fragen würde, ob ich in den Service möchte, würde ich gerne hinterm Tresen bleiben, obwohl man als Bedienung weniger Chancen hat, mal etwas zu naschen. Ich bin einfach zu den falschen Zeiten ein Schussel und habe zu große Angst über meine eigenen Füße zu stolpern und mit dem Gesicht in der Sahne zu landen.

Leider ist der oben angeführte Effekt noch nicht bei mir eingetreten; es ist eher noch schlimmer geworden: normalerweise kann man als Passant einen großen Bogen um das Café machen, aber als Angstellte ist man immer versucht, sich nach der Arbeit noch eben ein Eis oder einen Milchshake als Wegzehrung mitzunehmen.
Außerdem dürfen die Eisbecher, die falsch gemacht wurden (z.B. falsche Sorten benutzt, Sahne drauf obwohl keine bestellt wurde, etc.), gegessen werden und mal ehrlich: die schönen Eisbecher sind viel zu schade zum wegschmeißen...
Darüberhinaus nimmt der Chef es nicht so streng, wenn man mal in deiner Schicht eine Erdbeere, eine Nuss, Schokolinsen oder ähnliches nascht. Wenn nichts zu tun ist, machen das viele. Ich hatte neulich zum Beispiel eine gebratene Mandel... Die war so verdammt lecker. Seitdem muss ich mich beherrschen nicht noch einmal zu zugreifen, denn die haben ja ordentlich Kalorien.

Ich denke einfach, dass sich das Statement darauf bezieht, dass man sich entweder irgendwie vor dem Essen eckelt oder man es einfach irgendwann nicht mehr sehen kann, wenn man es die ganze Zeit zubereitet. Aber wer kann sich an wunderschönen Eisbechern schon satt sehen?
Außerdem stelle ich das Eis ja nicht her, sondern dekoriere es nur. Die Herstellung ist bestimmt noch einmal eine andere Geschichte.

Tja, auch wenn der gewünschte Effekt nicht eingetreten ist, lerne ich so wenigstens standhaft zu werden!

Samstag, 23. August 2014

Versuchung widerstanden! Schweinehund: 0 ich: 1

Das Ergebnis ist eindeutig!

Nachdem ich auf sämtliche Versuchungen bei der Arbeit und auch beim Grillen vorbereitet war, konnte ich mich auf einen Verzicht konzentrieren und habe ess auch ziemlich gut gemeistert.
Vorbereitung ist halt die halbe Miete:

Bevor ich zur Arbeit gedüst bin, habe ich mir noch schnell ein Brot mit Frischkäse geschmiert. Als frühes Abendessen, wenn man so will -und als Ausredenbrecher, falls ich auf der Arbeit meinte, etwas essen zu müssen, weil ich Hunger hätte, denn so hatte ich ja eine reguläre Mahlzeit und kein "recht auf Hunger". Bei der Arbeit war ich schön umgeben von allen möglichen Dekozutaten für die Eisbecher, aber immer wenn mich das schöne Glas mit Mandeln oder Schokolinsen angegrinst hat, habe ich mich daran erinnert, dass ich Euch ja mehr oder weniger versprochen habe, standhaft zu bleiben.

Nach der Arbeit habe ich dann noch ein Stück Obst gegessen, um nicht Gefahr zu laufen voller "Hunger" das Buffett zu überfallen und mich zu überfressen. Das hat alles super geklappt: Beim Grillbuffet -was übrigens extrem, extrem lecker war, aber nicht mit meinen grausigen Vorstellungen mit exotischen Leckereien zu vergleichen war- habe ich von vorneherein, ein paar Salate und Beilagen ausgeguckt, die ich probieren wollte und den Rest links liegen gelassen. Außerdem habe ich nur für mich sehr kleine Portionen auf den Teller getan und bin somit mit einem nicht überfülltem Teller, sondern mit einem "Otto-Normalesser-Teller" zum Tisch gegangen.

Das ist ein großer Erfolg für mich, denn normalerweise sieht ja jeder Salat besser als der andere aus und ich nehme dann von jedem auch mehr als vom anderen. Dabei habe ich die tollen Salate am Ende vom Grillbuffet normalerweise noch gar nicht gesehen und muss spätestens in der Mitte des Buffettisches anfangen zu stapeln, sodass ich mir beim Fleisch angekommen, einen zweiten Teller holen müsste und mehr als gefräßig aussehe.
Eigentlich sollte es bei dem einen Teller auch bleiben, allerdings saß der Gastgeber (Besitzer eines Gastronomiebetriebes) neben mir und überredete mich zu einen weiteren Teller, denn nichts-essen sehe er als Beleidigung seines Festes.
Dann kam noch ein Kuchen zum Nachtisch, der separat gereicht wurde und einen Riegel Merci, den ich dem Gastgeber wieder nicht abschlagen konnte, denn essen ist "das schönste Kompliment, was ich ihm machen kann".

Also, auf mein Essverhalten beim Grillen bin ich sehr stolz und auch bei den Getränken habe ich mich brav ans Wasser geklammert. Nur ein alkoholfreies Bier (ihh Bier, ich trinke das gar nicht gerne) wurde mir wegen eines akkustischen Missverständnisses serviert. Ich wollte nur ein alkoholfreies Getränk, aber alles was angekommen ist, war ein geschrienes "ALKOHOLFREI!", woraufhin mir der Gastgeber das Bier gegeben hat...