Montag, 28. Januar 2013

Weihnachten auf der anderen Seite des Teiches

Die erste Schulwoche ist schon mehr als vorbei und ich bin erstaunt wie viel weniger Zeit ich für den Blog habe als gedacht. Weihnachten ist auf jeden Fall vorbei und es wird Zeit für eine Zwischenbilanz.

Ich bin am 23. früh morgens losgefahren zur Familie meiner Gastmutter. Da haben wir dann den 24. verbracht und am 25. sind wir morgens wieder losgefahren um abends an einer Weihnachtsparty einer Freundin teilzunehmen. Den 26. habe ich, wie ihr wisst beim Shoppen verbracht.

In der Kirche waren wir nicht. Allgemein war ich hier noch kein einziges Mal in der Kirche. Stattdessen haben wir Marshmallows im Schnee gegrillt. Ich durfte die Stöcker suchen dafür. Ich weiß jetzt warum alle Kanadier trotz relativ ungesundem Essen schlank sind: es ist verdammt anstrengend durch den Schnee zu laufen, wenn du mit jedem Schritt wieder bis zu den Knien versunken bist. Da wird selbst ein lächerlicher Weg von 20m zum Sport.


Mein absolutes Highlight vor Heiligabend war Crushed-Ice an der Tanke holen. Der Vater von meiner Gastmama wohnt nördlicher als wir und dort wohnt man noch abgelegener als hier. Zwar hat man eine Straße zum Haus, aber bis man wirklich irgendwo ist dauert das... Lösung hier: Snowmobil! Einfach mal eben da lang fahren, wo ein Auto nicht lang kommen kann. Sein Sohn hat mich mitgenommen und es war geil. Ich weiß nicht wie schnell wir waren, aber das war schon nicht schlecht. Wenn jemand die Möglichkeit hat, macht es. Es ist verdammt cool wie ich finde.
Ansonsten habe ich sehr "deutsch" gefeiert, wie ich finde. Keine großen Unterschiede zu bemerken. Fast die ganze Familie war da -sprich Oma und Opa, Onkel und Tante, Uroma und Cousins und Cousinen. Man hat sich schick gemacht, Geschenke ausgepackt und gegessen.

Das ist aber nicht überall hier so. Es gibt einige Familien (die Kinder sind meistens älter) da macht man die Geschenke erst am 25. Dezember auf. Einige machen sich das aber so leicht und warten bis nach Mitternacht und öffnen sie dann.

Am 25. Dezember waren wir am Abend bei einer befreundeten Familie zur Weihnachtsparty eingeladen. Hier ist Weihnachten nicht so auf die Familie beschränkt und es war eher eine Feier mit Freunden. Es gab vieles gutes Essen und die Gastgeberin hat sich sehr viel Mühe gegeben, sich Spiele auszudenken. Das lustigste Spiel darunter war eines mit einem Plüschaffen. Sie hat den Plüschaffen rumgegeben und man sollte den Affen dort küssen, wo man seine Liebsten gerne küsst. Vielleicht lag es an der guten Gesellschaft oder einfach nur an dem einen Bier oder dem anderen Gläschen Wein, aber der Affe wurde nicht nur auf den Mund oder auf die Wange geküsst, sondern auch auf z.B den Po oder auch unter die Gürtellinien (wenn ihr wisst was ich meine). Schon in dieser Runde wurde sehr viel gelacht, aber als die Runde vorbei war, kam die nächste die noch mal viel besser war. Die Spielleiterin erzählte, dass man nun seinen linken Sitznachbar an genau diese Stelle küssen sollte. Tja liebe Leute, die in der letzten Runde für Lacher gesorgt hatten...


Neben noch weiteren genialen Spielen (ich will wirklich nicht alle aufzählen, denn das sind zu viele. Wir haben ja den ganzen Abend gespielt) musste auch einmal eine Orange weitergegeben werden, indem man sie mit dem Kinn einklemmt. Um das noch ein wenig schwerer zu machen hat man den Stoptanz da noch mit eingebaut. Immer wenn die Musik ausgegangen ist, musste man springen. Leider ist sie immer ausgegangen, wenn man sie weitergeben musste. Was für ein Zufall! Das Ergebnis waren viele lustige Momente, in denen man (gemeint hat) zugesehen zu haben, wie sich Männer küssen oder Frauen sich gegenseitig in den Ausschnitt schauen.


An diesem Abend hat es sicher nicht an Lachern gefehlt und es war total angenehm Weihnachten mal nicht ruhig zwischen Keksen und Braten zu verbringen, sondern zwischen Chips mit Dips und lustigen Spielen.

Ich wünsche euch noch ein paar schöne Resttage im Januar und hoffe ich schreibe endlich mal wieder ein wenig mehr...
... aber das ist genauso was, wie "morgen werde ich Hausaufgaben machen..."

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